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Von inanechild und Davey
Übersetzung von xaida
Also, was genau ist Asexualität?
Es ist ein Mangel an sexueller Anziehung. Asexuelle sind im Allgemeinen
sehr verschieden voneinander: Manche erleben romantische Anziehung, andere
nicht. Einige empfinden Erregung, andere nicht. Asexualität ist nicht gleich
Zölibat. Zölibat ist eine Entscheidung, sich sexueller Intimität zu enthalten,
während Asexualität eine Orientierung ist, der Mangel an sexueller Anziehung zugrunde liegt. Bei allgemeineren Fragen über Asexualität hilft Ihnen vielleicht der
Abschnitt "Fragen über Asexualität" unter http://www.asexuality.org/lite_faq.htm
Warum musste sie/er es
mir sagen? Ich hätte es lieber nicht gewusst.
Ihr Kind bittet um ihre
Unterstützung. Sie sind sein Erziehungsberechtigter. Seit der Geburt ist es von
Ihrer Sicherheit und Beruhigung abhängig. Dass es Ihnen derart persönliches
Wissen über sich anvertraut, beweisst, dass es Sie des Verständisses und der
Unterstützung in jeder schwierigen Zeit, die es haben wird, für fähig hält.
Asexuelle haben im Allgemeinen mit einer hohen Intensität an Selbstfindung und
Verwirrung zu kämpfen, die auf Mangel an Wissen über diese Orientierung
zurückzuführen ist. Also ist es nur natürlich, dass ihr Kind nach einer so
schweren Zeit sein Vertrauen in Sie legt.
Ist das einfach nur eine Phase
der Rebellion? Werden sie nicht herauswachsen? Sie sind doch noch viel zu jung,
um sich in einem Bereich wie diesem festzulegen.
Asexualität ist ein
Gebiet, in dem sich wenige auskennen. Es ist zweifelhaft, ob Ihr Kind das wählen
würde, um dadurch zu rebellieren. Die meisten werden sich ihrer Sexualität
bereits sehr früh bewusst. Erinnern Sie sich, dass Sie sich während des
Heranwachsens vielleicht schnell mal verliebt haben und sich im Teenageralter
zweifellos sexuell von jemandem angezogen fühlten. Nur Ihr Kind wird es genau
wissen, falls es einmal "da herauswächst". Sexualität ist nicht starr und kann
sich über die Zeit verändern, aber es ist sehr unwahrscheinlich, dass Ihr Kind
seine Sexualität nur deswegen verändern wird, weil es gross wird. Asexualität
ist eine Orientierung, kein Zeichen von Unreife.
Glauben Sie, es kommt
von sexuellem Missbrauch/verdrängter Homosexualität/irgendeiner anderen
psychologischen Ursache? Solle ich mein Kind zu einem Psychiater schicken?
Versuchen Sie nicht, unbedingt anzunehmen, dass etwas davon zutrifft.
Wenn Ihr Kind in der Vergangenheit keine Anzeichen von mentaler Instabilität
aufgewiesen hat, überzeugen Sie sich nicht davon, dass es ein Trauma vor Ihnen
verbirgt. Falls Ihr Kind mit seiner Asexualität wirklich falsch liegen sollte
und sie von äusseren Kräften herbeigeführt wurde, wird es sich dessen zu einem
späteren Zeitpunkt bewusst werden. Wenn ein unglücklicher Vorfall wie sexueller
Missbrauch in der Vergangenheit vorgekommen ist, bedeutet das nicht, dass Ihr
Kind dadurch asexuell "gemacht" wurde. Während die Diskussion über die Gründe
für eine sexuelle Orientierung wahrscheinlich noch Jahrzehnte andauern wird,
kann es kaum allein an einem Vorfall oder einer geistigen Verfassung festgemacht
werden. Wenn Ihr Kind nach einem Therapeuten verlangt, der ihm hilft, mit
seiner Asexualität klar zu kommen, ist das auch ok. Suchen Sie keinen
Therapeuten, um die Asexualität Ihres Kindes gegen seinen Willen zu "heilen".
Dass würde sich schädlich auf die Beziehung zwischen Ihnen und Ihrem Kind
auswirken und möglicherweise seinem Selbstwertgefühl schaden.
Habe ich
als Elternteil etwas falsch gemacht, um das auszulösen?
Absolut nicht.
Wie schon gesagt, die Sexualität eines Individuum ist ein sehr komplexer
Bereich. Es ist höchst unwahrscheinlich, dass es an der Art liegt, wie sie Ihr
Kind erzogen haben oder dass ein einzelner Vorfall in seinem Leben von ganz
allein Ursache dafür ist.
Heisst das, sie sind unfähig zu lieben?
Kaum. Viele Asexuelle erfahren romantische und liebevolle Gefühle
anderen gegenüber. Nur weil Ihr Kind nicht daran interessiert ist, einen Partner
auf traditionelle Weise wie über "Blind Dates" und ähnliches zu finden, bedeutet
nicht, dass es menschenfeindlich ist. Es kann sehr enge Bindungen mit Freunden
ausbilden und könnte eines Tages sogar eine nicht-sexuelle Beziehung eingehen.
Andererseits könnte es auch vollkommen uninteressiert an romantischen
Beziehungen sein und sich platonische Bindungen wünschen. Drängen Sie Ihr Kind
nicht dazu "den/die Richtige/n" zu finden. Obwohl es vielleicht Liebe auf ganz
andere Art sucht, es ist dergleichen Gefühle von Mitleid und Hingabe fähig wie
jeder andere, einfach nur auf andere Weise ausgedrückt.
Ich will nur das
Beste für mein Kind. Was, wenn es unglücklich wird? Ich will nicht, dass es
allein stirbt. Erinnern Sie sich an die alte Floskel, dass Sie Ihren Kindern
vielleicht schon früher gesagt haben: "Wenn jemand von einer Brücke springt,
würdest Du hinterherspringen?" Nur weil Ihr Kind sein Leben nicht so lebt, wie
andere es zum Glücklichsein brauchen, bedeutet das nicht, dass es unglücklich ist.
Ihr Kind hat wahrscheinlich einen langen Selbstfindungsprozess hinter sich,
bevor es zu dem Schluss gekommen ist, dass es asexuell ist. Das könnte sogar das
erste Mal seit langem sein, dass es sich sicher fühlt. Wenn es glücklich
aussieht, seien Sie dankbar und machen Sie sich keine Sorgen, ob es in die
gesellschaftliche Norm passt. Ein Mensch mit einer guten Persönlichkeit und
starken Freundschaften sollte sich niemals Sorgen machen müssen, allein zu
sterben.
Sollten wir es der Familie/Nachbarn/Lehrern usw sagen? Was
werden die anderen denken?
Es ist ratsam, es niemandem ohne das
Einverständnis Ihres Kindes zu sagen. Es ist ziemlich unnötig, es
Nicht-Familienmitgliedern und Bekannten mitzuteilen. Ihr Kind wird sich
entscheiden, mit welchen Familienmitgliedern and Freunden es darüber reden
möchte. Was diese Leute denken ist für die Art und Weise, wie Ihr Kind sein
Leben lebt, unwichtig.
Wie kann mein Kind eine Meinung über etwas haben,
was es noch nie ausprobiert hat.
Asexuelle haben kein Verlangen danach,
sexuelle Beziehungen einzugehen. Wenn man bereits dieses Verlangen nicht hat,
ist es zweifelhaft, ob ein Versuch die Situation umkehren wird. Jemanden dazu zu
zwingen, entgegen seiner Natur zu handeln, lediglich um sich selbst zu beweisen,
ist sehr gefährlich. Wenn Ihr Kind eines Tages mit sexuellen Beziehungen
experimentiert, wird es zu einer Zeit so, wo es ihm selbst gefällt.
Heisst das, mein Kind wir auf Leute, die Sex haben, herabsehen oder sie
hassen?
Elitedenken unter Asexuellen ist zum Glück sehr selten. Während
sich Ihr Kind von Gesprächen seiner Mitschüler über deren sexuelle Eroberungen
verwirrt und befremdet fühlen könnte, ist das vorhersehbar bei jemandem, der
Nicht-Sexualität erlebt. Das ist nur ein weiteres Problem, für das es bei Ihnen
Unterstützung suchen wird. Es ist zweifelhaft, ob daraus ein Hass gegen
Mitmenschen entsteht, die es vorher als Freunde empfunden hat.
Sex ist
ein natürlich Teil der Existenz. Wovor hat mein Kind Angst oder wessen schämt es
sich?
Nichts. Viele Asexuelle sind sogar ziemlich liberal in ihren
Ansichten gegenüber Sex. Ihr Kind hat keine Angst oder schämt sich wegen
sexueller Intimität; es hat nur einfach kein Verlangen danach. Jemand, der kein
Interesse daran hat, z.B. ein bestimmtes Essen zu probieren, hat keine Angst
davor: sie haben einfach nur kein Verlangen, das Essen auszuprobieren.
Wie kann ich meinem Kind weiterhelfen? Seien Sie für es da. Wenn es
reden muss, hören Sie zu. Seien sie unterstützend. Erlauben Sie ihm, sich selbst
Gedanken zu machen, wenn es das wünscht. Und vor allem, erinnern Sie sich daran,
dass Sexualität nur ein einziger Aspekt des Lebens ist. Ihr Kind ist noch die
gleiche Person, die Sie immer gekannt haben.
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