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Von AVENguy.
Übersetzt von Carsonspire, xaida und Maz
“Bin ich asexuell” ist eine der häufigsten Fragen, die hier bei AVEN gefragt
wird und sie ist keine, die allgemeingültig beantwortet werden kann.
Asexualität ist, wie alle Orientierungen im Leben (und dazu gehört
insbesondere auch die sexuelle Identität), nur eine persönliche Kategorie.
Man ist also asexuell, wenn man sich selbst so sieht. Es gibt keine
feste Anzahl an Kriterien, die einen als asexuell oder nicht bzw. nicht mehr
asexuell festlegen können und kein Prüfungsverfahren welches bestimmt, ob man
als asexuell gelten darf. Wie bei allen sexuellen Orientierungen, ist auch
Asexualität ein Begriff, den Menschen verwenden und modifizieren dürfen, wie sie
selbst es für richtig halten. Wer also glaubt, dass der Begriff “asexuell”
hilfreich ist, um über sich selbst nachzudenken und andere Menschen über sich
aufklären zu können, darf den Begriff gerne nach eigenem ermessen verwenden.
Nichtsdestoweniger gibt es bestimmte Trends zwischen denjenigen, die sich als
asexuell identifizieren. Obwohl diese Trends keineswegs diktieren, wer sich als
asexuell identifizieren kann oder wer nicht, umreissen sie allgemein das
Erleben der meisten Menschen in asexuellen Gemeinden (einschließlich AVEN).
Asexuelle Menschen beschreiben ihre Asexualität als zu einer oder mehreren der
folgenden Gruppen passend:
A) Diejenige, die Sexualtrieb haben, aber
keine Anziehung empfinden: Das sind die Menschen, die wissen, dass
sich Sex auf einer rein biochemischen Ebene vielleicht gut fühlen
würde, aber die sich nie erzwungen fühlen würden, Geschlechtsverkehr mit einem
anderen Menschen zu treiben. Der Sexualtrieb ist ruhend. Asexuelle, auf die diese
Beschreibung passt, können Geschlechtsverkehr mit einem anderen Menschen auf
sozialer und emotionaler Ebene als unangenehm empfinden.
(Ja, es fühlt sich vielleicht gut an, mit
jemandem Geschlechtsverkehr zu haben, es würde sich vielleicht auch gut anfühlen,
zum ersten Mal Heroin zu spritzen, aber im Moment habe ich bessere Sachen in
meinem Leben zu tun.)
B) Diejenige, die Anziehung empfinden aber keine
Sexualtrieb haben: Diejenigen, die eine Anziehung ähnlich wie sexuelle Anziehung
empfinden aber keine Lust haben, ihr sexuell nachzugehen. Anziehung ist weniger
auf Sexualität und mehr auf emotionale und körperliche (aber nicht
sexuelle) Intimität bezogen. Wie auch sexuelle Anziehung, kann diese Art von Anziehung auf
geschlecht-spezifisch orientiert sein. (Ja, ich liebe dich, aber warum um alles in der Welt
würden wir DAS machen wollen?)
C) Beides: Menschen, für die sich
Sex auf einer biologischen Ebene gut anfühlt und die rein
emotionale Anziehung zu anderen empfinden. Diese Person mag Masturbation als angenehm empfinden und
sie mag mit jemandem ausgehen und eine unerklärbare emotionale Anziehung empfinden, aber
sie würde nie daran denken, die zwei miteinander zu verbinden.
D) Weder
noch: Diejenigen, die Geschlechtsverkehr als unangenehm und keine Anziehung zu anderen
empfinden. Es ist wichtig zu bemerken, dass "keine Anziehung zu anderen" NICHT bedeutet, dass
diese Menschen keine intimen emotionalen Beziehungen herstellen. Wie diejenigen in
Gruppe A können sie intime Beziehungen mit anderen aufbauen
und bestimmte Menschen besonders interessant zu finden, ohne etwas, dass sie als
“Anziehung” definieren, zu empfinden.
Manche Menschen erleben Asexualität anders als andere. Obwohl es
unmöglich ist, die ganze Vielfalt von asexuellen Erfahrungen zu beschreiben,
kann vieles in Bezug auf drei Faktoren betrachtet werden:
ZuAnziehung: Asexuelle Menschen unterscheiden sich in Bezug auf die Stärke ihrer ZuAnziehung.
Manche asexuellen Menschen fühlen sich stark zu jemandem hingezogen. Sie
empfinden den Wunsch, mit diesem Menschen eine enge Bindung einzugehen, aber
wollen dieses Verlangen nicht sexuell ausdrücken. Asexuelle Menschen, die
ZuAnziehung empfinden, werden sich oftmals sowohl homo-, bi- bzw. heterosexuell
als auch asexuell nennen. Andere asexuelle Menschen empfinden ZuAnziehung kaum
oder gar nicht. Diese Menschen können sich oft mit keiner der klassischen
sexuellen Orientierungen identifizieren. Obwohl es weniger wahrscheinlich
ist, dass diese Menschen sich in jemandem verlieben, so wünschen sich doch viele
von ihnen enge und intime Beziehungen, suchen welche und können sie finden.
Erregung: Asexuelle unterscheiden sich auch in der Stärke ihrer sexuellen Erregung.
Für manche ist Erregung ein ziemlich gewöhnlicher Vorgang, obwohl er nicht
mit der Suche nach einem Sexualpartner bzw. Sexualpartnern verbunden ist.
Für manche ist Erregung lediglich ein Ärgernis. Andere masturbieren ab
und zu, haben aber kein Verlangen nach Geschlechtsverkehr mit einem Partner.
Andere asexuelle Menschen empfinden wenig oder keine Erregung. Diese
Menschen betrachten ihren Mangel an Erregung größtenteils nicht als ein
medizinisches oder psychologisches Problem, und suchen daher natürlich keine
ärztliche Behandlung dafür.
Beziehungen: Es gibt unter Asexuellen eine beträchtliche Vielfalt an unterschiedlichen
Beziehungsvorstellungen und -wünschen. Manche haben keinen Hang zu
Beziehungen und bleiben lieber für sich. Die meisten sind gesellschaftlich
aktiv und unterhalten Netzwerke von Freundschaften, die Vertrautheit und
Unterstützung bieten können. Manche Asexuelle bilden romantische
Beziehungen, manche heiraten. Andere suchen einfach enge Freundschaften oder
unterhalten Beziehungen, bei denen die Linie zwischen Freundschaft und
romantischer Beziehung verschwimmt.
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